BWV 205a Blast Lärmen, ihr Feinde! verstärket die Macht

To Celebrate the Coronation of Augustus III, Elector of Saxony, as King of Poland (17 January 1734).

Probably Picander: PT (Leipzig, 1734); PT lost in World War II, Facs of secondary source: Neumann T, p. 408.

19 January 1734, Leipzig; Parody: <--- BWV 205 (the verse length of the recitatives in the two cantatas differs frequently).

BG 34, Vorwort; NBA I/37, Krit. Bericht.



Drama per Musica

Tapferkeit, Gerechtigkeit, Gnade, Pallas

[1. Chorus] Tutti

Blast Lermen, ihr Feinde! verstärcket die Macht,

    Mein Helden-Muth bleibt unbewegt.
    Blitzt, donnert und kracht,
    Zerschmettert die Maurern, verbrennet die Wälder.

Verwüstet aus Rachgier die Aecker und Felder.
    Und kämpft bis Roß und Mann erlegt. D. C.

[2. Recit.] Tapferkeit

Ja, ja!
Nunmehro sind die Zeiten da,
Daß ich den Völckern kan entdecken,
Ich sey, wie in der alten Zeit,
Auch noch jetzt der Vermessenheit
Ein offenbares Schrecken.
Man kan ja sehn,
Was nur bisher durch meine Stärcke
Dort in Darmatien(1) geschehn,
Wie ich es frisch gewaget,
Und jenen frechen Feind,
Eh er es selbst vermeint,
Mit Schande fort gejaget;
Ich habe mich, ob er gleich oft gedräuet,
Doch nie vor seinem Stoltz gescheuet,
Jetzt setz ich auch dem Würdigsten der Teutschen Helden
Die Crone auf sein Fürstlich Haupt,
Und will, wofern es mir erlaubt,
Der Völcker Redlichkeit, der Länder Urtheil, melden.

[3. Aria (Tapferkeit)]

    Nun blühet das Vergnügen,

Nachdem August den Thron besteigt,
Da sich an Ihm nur Großmuth zeigt,
    Die Feinde zu besiegen:
    So blühet das Vergnügen.

[4. Recit.] Gerechtigkeit

    Und wie? Hat mein August,
    Da er nach Pohlen kommen,
    So Kron, als Scepter angenommen?
    O! was vor seltne Lust
    Erreget diß bey Jung- und Alten,
    Weil ihnen längst bekandt,
    Daß Er das Land
    Durch meinen Beystand wird erhalten.

[5. Aria (Gerechtigkeit)]

    Herr! Dein Eifer vor die Rechte
      Macht, daß jeder Deiner Knechte
      Schutz und Hülfe finden kan.

    Wird die Unschuld künfftig klagen,
      Werd ich sagen:
      Geh, fleh Deinen Schutz-Gott an. Da Capo.

[6. Recit. (Tapferkeit? Gnade?)]

Der Unterthan ist nun erfreut,
Da ihm Dein hohes Krönungs-Fest
Ein frohes Vivat! ruffen läßt;
Sein Hertze brennt vor innigstem Verlangen,
Von Dir allein Gesetz und Rechte zu empfangen.

[7. Aria] Gnade

    Laßt uns zum Augusto fliehen,
      Denn Sein eifriges Bemühen,
      Jedes Hertz an Sich zu ziehen,
      Gründet sich auf unser Wohl.
      Kommt! laßt uns den Scepter küssen,
      Hört ihr nicht? Er läßt uns wissen,
      Daß wir sollen Schutz genüssen,
      Der beständig dauren soll.

[8. Recit.] Gnade und Pallas

(Gnade)
Der Chur-Hut wird vor heute abgelegt,
Und da mein Fürst auch Kron und Purpur trägt,
So können wir mit gutem Grunde hoffen,
Es steh uns nun der Weg zu größrer Gnade offen.

(Pallas)

      Wohlan! so will ich mich
      Auch jetzt zu Deinem Throne wagen,
      Und Dir in Unterthänigkeit,
      Bey dieser höchst-beglückten Zeit,
      Des Geistes treue Regung sagen;
      Doch, ich will lieber schweigen.

(Gnade und Pallas)


    Nein, nein!/Doch nein! } er wird sich gegen {dich,/mich,
    Als wie ein Vater, zeigen.

[9. Aria] Pallas

    Großer König unsrer Zeit!
      Laß doch deine Tapferkeit

    Mich hinfort beschützen,
    Und die Musen ruhig sitzen.
      Unser Hertz bleibt Dir geweyht,
      Großer König unsrer Zeit!
      Drum laß Deine Tapferkeit

    Mich hinfort beschützen,
    Und die Musen ruhig sitzen.

[10. Recit.] Pallas und Tapferkeit

(Pallas)

    Großmächtigster August!
    Laß Dir diß Ehrfurchts-volle Bitten
    Nur nicht zuwider seyn,
    Die Ruhe, so die Musen lieben,
    Hat mich hierzu vor dißmahl angetrieben.

    (Tapferkeit)

      So höre an,
      Was mir Dein Herr,
      Dir zu berichten, kund gethan:
      Erschützet Deine Ruh,
      Und sagt Dir Friede zu,
      Nur sollt du Ihm auch Seinen Willen
      In allen suchen zu erfüllen.

      (Pallas)
      Mein König! mein August!
      Der Pierinnen Freud und Lust.

      (Tapferkeit)
      Dein König, dein August.

      (Pallas)
      Du Schutz-Herr meiner Ruh!

      (Tapferkeit)
      Der Schutz-Herr deiner Ruh!

      (Pallas)
      Du sollt in der noch späten Zeit,
      Die Dir Dein Name Prophezeyht,
      Von mir verehret werden.

      (Tapferkeit)
      Dein König, dein August,
      Der Pierinnen Freud und Lust,
      Der Schutz-Herr deiner Ruh,
      Soll auch in der noch späten Zeit,
      Die Ihm Sein Nahme prophezeyht,
      Von dir verehret werden.
      So lebe nunmehr ohne Schrecken,
      Ich werde selbst den Helicon bedecken.


[11. Aria (Tapferkeit)]

    So lebet, ihr Musen! auf Helicons-Höhen,
      Im Seegen und Ruh.
      Kommt! eilet herzu,

    Seht, hier grünt euer Wohlergehen. Da Capo.

[12. Recit.] Gerechtigkeit, Gnade und Pallas

(a 3.)

    Ihr Söhne, laßt doch künfftig lesen,
    Was euch Augustus Guts gethan,
    Damit die Nachwelt sehen kan,
    Sein Ruhm sey Cronen-werth gewesen.

(Gerechtigkeit)
Dein König wird, ohn Ansehn der Personen,
Fleiß und Gelehrsamkeit belohnen.

(Gnade)
So viele Tropfen heilig Oel
Bey seiner Salbung heute fließen;
So viele Huld soll auch dein Musen-Chor genüssen.

(Pallas)
Nun trifft es ein,
Was ich schon längst gedacht:
Augustus kan mit Recht ein Gott der Erden seyn.

(Gerechtigkeit und Gnade)
Wir bleiben billig bey dir stehn,
Und wollen, gleichwie du, des Königs Ruhm erhöhn.

[13. Aria (Gerechtigkeit, Gnade)]

(Gerechtigkeit)

      Schwartze Raben

    Werden eher Schwäne haben,
      Eh August die Rechte bricht;

(Gnade)

      Und das helle Sonnen-Licht

    Eher diese Welt verlassen,
    Eh August die Sanfftmuth hassen.

(Gerechtigkeit und Gnade)

Der Eifer zu strafen,/Die Liebe zu seegnen,} verewigt den Held,
Und macht Ihn zum Wunder der künfftigen Welt.

[14. Recit.] Pallas

    Wohlan! wir wollen uns mit viel Ergötzen
    Auf meines Berges Spitzen setzen;
    Ein jeder Musen-Sohn
    Nimmt euch mit tausend Freuden auf.
    Ihr Winde! fliegelt euren Lauf,
    Ihr sollt, was jetzt der Sachsen Musen singen,
    Vor unsers Königs Throne bringen.

[15. Chorus] Tutti

    Vivat! August, August, Vivat!
    Bis der Bau der Erden fällt.
    Herr! Dein Königlich Erhöhen
    Laß Dein Hohes Wohlergehn
    In erwünschtem Wachsthum stehen,
    Alsdenn ists wohl um Reich und Land bestellt.
    D. C.


A Drama in Music

Valor, Justice, Grace, Pallas

[1. Chorus] Tutti

Blow uproar, opponents! Increase ye your might,
My hero's heart bides unperturbed.
Flash, thunder, and crack,
Now shatter the towers, now burn ye the woodlands.
Lay waste now in vengeance the fields and the meadows,
And fight till horse and man are slain. Da Capo.

[2. Recit.] Valor

Yes, yes!
E'er nearer the times approach
When I the nations can reveal it:
I am as in the ancient days
E'en now as well to impudence
An ever present terror.
For all can see
What hath till now through my great power
There in Sarmatia(2) occurred.
How I displayed my daring
And did the shameless foe,
Before he even knew,
Disgrace and sent him running;
I have in fact, however oft he threatened,
Still never shrunk from his vainglory;
I'll place now for this worthiest of German heroes
The crown upon his princely head
And will, so far as in my pow'r,
The peoples' honesty, the nations' judgment, publish.

[3. Aria (Valor)]

Let flourish now contentment
When once August the throne ascends,
For he displays his spirit's will
The enemy to conquer:
Let flourish, then, contentment.

[4. Recit.] Justice

What's this? Hath mine August,
Since he hath come to Poland,
Both crown and scepter now accepted?
Oh! What a rare delight
Doth this inspire midst youth and elders,
For they have long known well
That he this land
Through mine assistance will keep safely.

[5. Aria (Justice)]

Lord! Thy zeal to maintain justice
Means that each of these thy servants
Help and safety here can find.
If e'er Innocence protesteth,
I shall tell her:
Go, implore thy patron god. Da Capo.

[6. Recit. (Valor?, Grace? (3))]

The loyal subject now is glad,
From him thy lofty crowning's feast
A joyful Vivat! doth evoke;
His heart doth burn with warm and sincere longing,
From thee both law and justice to receive now.

[7. Aria] Grace

Let us find in August refuge,
For his passionate endeavor
Of each heart to gain the favor
Is based firmly on our good.
Come! Let us, then, kiss the scepter,
Heard ye not? He hath assured us
That we shall enjoy protection
Which unchanging shall endure.

[8. Recit.] Grace, Pallas

(Grace)
Elector's hat today is laid aside;
And, as my Prince both crown and purple dons,
Are we inclined to think with solid reason
That now to us the path to greater bliss is opened.

(Pallas)
That's good! And I desire
Now, too, unto thy throne to venture
And thee in humble fealty
At this most fortunate of times
My spirit's faithful love to promise;
No, I would best be silent.

(Grace and Pallas)
No, no! /But no! } He will now show to {thee,/ me,
As though a father, favor.

[9. Aria] Pallas

Mighty monarch of our age!
Grant now that thy valor may
From henceforth protect me;
Let the Muses dwell in quiet.
This our heart to thee is pledged,
Mighty monarch of our age!
Grant then that thy valor may
From henceforth protect me;
Let the Muses dwell in quiet.

[10. Recit.] Pallas and Valor

(Pallas)
O mightiest August!
Grant that this reverent petition
Be not despised by thee;
The quiet which the Muses cherish
Was that which for this time inspired my presence.

(Valor)
So listen then
To what thy lord,
That I should tell thee, told to me:
He guardeth thy repose
And pledgeth thee his peace,
But thou shouldst seek his will and pleasure
In all endeavor to accomplish.

(Pallas)
My ruler! mine August!
Pierians' desire and joy.

(Valor)
Thy ruler, thine August.

(Pallas)
Thou patron of my peace!

(Valor)
The patron of thy peace!

(Pallas)
Thou shalt e'en in advancing years,
Which thee thy name have prophesied,(4)
By me be held in honor.

(Valor)
Thy ruler, thine August,
Pierians' desire and joy,
The patron of thy peace,
Shall even in advancing years,
Which him his name have prophesied,
By thee be held in honor.
So live now ever free from terror,
I shall myself give Helicon protection.

[11. Aria (Valor]

So flourish, ye Muses, on Helicon's summits
In blessing and peace.
Come, hasten to us,
See, here shall green your happy fortune. Da Capo.

[12. Recit.] Justice, Grace, Pallas

(All three)
Ye children, let the future read it,
How you Augustus' favor served,
So that posterity may see
His glory crowning well did merit.

(Justice)
Thy King will now, without respect to persons,
Reward both industry and learning.

(Grace)
As many drops of holy oil
As streamed today at his anointing,
So much the favor which thy Muses' choir shall savor.

(Pallas)
It's now come true
What I so long had thought:
Augustus doth deserve a god of earth to be.

(Justice and Grace)
We'll bide most justly at thy side
And would as well as thou the King's great fame exalt.

[13. Aria (Justice, Grace)]

(Justice)(5)
Swarthy ravens
Will have sooner swans as nestlings
Ere August the right should break;

(Grace)
And radiant light of sun
Sooner will his world abandon
Ere August find mildness hateful.

(Justice and Grace)
His zealous chastisement/His love to give favor} the hero doth mark
And makes him a marvel in ages to come.

[14. Recit.] Pallas

Let's go! Our will it is, to our great pleasure,
Upon my mountain's peaks to settle;
And ev'ry Muses' son
Receives you with a thousand joys.
Ye breezes(6), winge'd make you course,
Ye must the song our Saxon Muses carol
Before our King's great throne now herald.

[15. Chorus] Tutti

Vivat August, August vivat!
Till the frame of earth doth fall.
Lord! May thy royal station
Let thy high prosperity
With most welcome increase flourish,
For thee is all for realm and land set well. Da Capo.



1. Misprinted as Darmatien in the later edition of the PT.

2. Sarmatia is the ancient name of Poland and Russia (cf. BWV 207a/8).

3. Although in BWV 205 the corresponding recitative is assigned to the bass (presumably Valor here), without the music, one cannot be certain that Bach did not re-write this movement for the alto (Grace), who sings the ensuing Aria.

4. See BWV 205, footnote 3.

5. In the corresponding aria of BWV 205 the alto begins, while here Justice (presumably the tenor) begins.

6. Ihr Winde "Ye winds" calls to mind the Choir of Winds which sing the opening chorus of BWV 205.


© Copyright Z. Philip Ambrose


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